„Ich mag´s bunt.“ „Ich weiß!“

In welchen Farben wollen wir wohnen? Eine Frage, bei der sich die Geister scheiden, oder? In der Tat gibt es zwei aktuelle Trends, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen. Weiß als Lieblingsfarbe derjenigen, die es elegant, urban, reduziert und designbewusst lieben. Bunt dagegen lieben es Naturfreunde, Landliebhaber, Familien mit kleinen Kindern, die ihrer Wohnung nicht nur Ausdruck geben, sondern ihren Wänden auch mal etwas zumuten wollen bzw. müssen.

Aber Weiß und Bunt müssen sich ja nicht gegenseitig ausschließen. Es gibt unendlich viele Zwischentöne, die Raum für Kompromisse, Individuelles und Überraschendes lassen.

Arten von Farben

Alleskönner Dispersionsfarbe

Eine Dispersionsfarbe besteht aus einer Flüssigkeit (meist Wasser), in der Polymerpartikel zerstreut („dispergiert“), aber nicht aufgelöst sind. Nach dem Anstrich verdunstet das Wasser und hinterlässt einen geschlossenen Kunststofffilm auf Putz, Mauerwerk, Beton, Leichtbauplatten, Holz, Pappe, Tapete oder Textilien. Dispersionsfarben eignen sich für nahezu alle Untergründe.

Dispersionsfarben machen kreativ

Wer seine Wände neu streichen möchte, greift meist zu Dispersionsfarben. Die erhältlichen Qualitäten reichen von einfachen über hoch strapazierfähige bis hin zu hoch deckenden Farben. Ihre Oberflächen können schimmernd, glänzend oder fein strukturiert ausgeführt sein. Je nach Geschmack wählen Sie intensive Volltonfarben oder ein Weißgebinde, dem Sie durch Zusatz von Abtönfarbe eine zarte Schattierung geben können. Für Allergiker eignen sich Innenfarben, die frei von Lösungs- und Konservierungsmitteln sind, erkennbar oft am Umweltzeichen „Blauer Engel“.

Robust: Latexfarben

Diese Farben sind scheuerbeständig, damit gut reinigungsfähig und hoch strapazierbar. Sie können auf allen Untergründen verwendet werden, auf denen sich auch Dispersionsfarben einsetzen lassen.

Farben wecken Gefühle

Dass Farben großen Einfluss auf unsere Emotionen und unser Verhalten haben, ist lange bekannt. Allerdings: Nicht ein Farbton allein entscheidet über die Wirkung im Raum. Vielmehr sind es die Farbkombination und die dabei entstehenden Kontraste. Die Hersteller haben diese Erkenntnis in ihre Rezepturen „hineingemixt“ und bieten zu jeder Stimmung, die Sie erzeugen möchten, die passenden Farbtöne bzw. -kombinationen.

Attraktive Farbrezepte: Damit gelingt die Gestaltung des individuellen „Zuhause-Gefühls“ einfach und sicher. Ein und derselbe Raum erhält durch den bewussten Einsatz von Farbe eine völlig unterschiedliche Wirkung. Die richtige Kombination von Farben und Materialien erzeugt das passende Wohn-Gefühl. Ein Farbrezept besteht jeweils aus mehreren Farbtönen bzw. -nuancen, die sowohl einzeln als auch in Kombination eine bestimmte Wirkung hervorrufen. Wer bei der Wandgestaltung ein bestimmtes „Zuhause-Gefühl“ erzielen möchte, wählt einfach Farben aus dem jeweiligen Farbrezept des Herstellers.

Farben und ihre Wirkungsweise: Jeder Raum ein anderer Charakter

Warum eigentlich alles in einem Stil? Jeder Raum, jeder Wohnbereich dient einem anderen Zweck, drückt eine andere Lebensstimmung aus. Im Schlaf- oder Badezimmer wollen Sie „abschalten“, in Küche, Wohn- und Esszimmer sind Sie aktiv. Passende Farben an der Wand verstärken diese Stimmungen.

Unterschiedliche Farben gliedern den Raum

Einzelne farbige Wandflächen ziehen den Blick auf sich und gliedern den Raum. Warme und kräftige Farbtöne verkürzen den Raum optisch und vermitteln besonders in großen Räumen ein Gefühl von Gemütlichkeit und Geborgenheit, da warme Töne dem Betrachter gleichsam „entgegenkommen“. Helle und pastellige Farbtöne weiten den Raum, da sie optisch entfernter wirken. Wählen Sie diese Farbtöne, wenn Sie kleinere Räume offener und dadurch größer wirken lassen wollen.

Deckenfarbe nicht außer Acht lassen!

Raumhöhe ist Ansichtssache, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Deckenfarbe bestimmt, wie hoch ein Raum auf seine Bewohner wirkt. Ist eine Decke gegenüber den Wänden heller abgesetzt, gewinnt der Raum optisch an Höhe. Dunkle Decken lassen den Raum optisch kleiner und niedriger erscheinen und sind daher weniger geeignet, da sie an der Decke schnell erdrückend wirken können.

Weiß steht für Stilbewusstsein

Sie mögen Licht, Luft, Klarheit und Design, möchten Ihr Formbewusstsein und Stilgefühl in Ihren Wohnräumen sichtbar repräsentieren? Dann ist Weiß die Innenraumfarbe Ihrer Wahl. Moderne, stark deckende Weißfarben bieten aber noch mehr als Leuchtkraft und einfache Verarbeitung. Besonders für sensible Räume wie Schlaf-, Wohn- oder Kinderzimmer gibt es ergiebiges Wohnraumweiß ohne Konservierungsstoffe. Der gute Verlauf der Farben verzeiht auch kleine Fehler bei der Verarbeitung und gleicht Unebenheiten aus – etwa bei Tapetenstößen. Durchgetrocknet sind die Farben sehr strapazierfähig, leichte Verschmutzungen lassen sich mit Wasser und einem Schwamm wegscheuern.

Beerenstark: Trend-Liebhaber bekennen Farbe

Beerentöne sind seit Jahren modern und trendig: an Fassaden, Wänden, auf Böden und an Decken. Ob es am femininen Charakter dieser Farben liegt? Vielleicht liegt´s aber auch an der Vielfalt ihrer Tönungen: Je nach Farbkombination können sie zart-zurückhaltend oder selbstbewusst-stylisch wirken. Zusammen mit Weiß und leichten Creme- oder Beigetönen wirken sie sanft; Grau verleiht ihnen eine kühle, moderne Ausstrahlung. Noch ein Vorteil: Die fruchtigen Noten „beeriger“ Farben frischen das Wohnumfeld auf, was in Kombinationen mit Holzböden ebenso sicher wirkt wie im Zusammenspiel mit Möbeln oder Teppichen aller Stilrichtungen.

Gold und Rost: zwei Seiten einer Trend-Medaille

Glamour und Colour gegen den nüchternen Charme einer täuschend echt wirkenden Beton-Optik – beides geht und beides ist hoch aktuell. Was die Styles bzw. Produkte gemeinsam haben, sind ihre edel anmutenden Oberflächen, die sich einfach herstellen lassen. Beispiel Gold- Effekt: Diese Farbe schenkt Wänden einen edlen, warmen Goldton und verbreitet eine Atmosphäre von Luxus im Raum. Die sanft schimmernde Wandoberfläche verändert ihre Optik je nach Lichteinfall und wirkt dabei so wertvoll wie das Edelmetall selbst – ideal für Akzentwände, die den Blick des Betrachters gezielt auf Details, z.B. ein geliebtes Möbelstück, lenken sollen. Ähnlich verzaubert die Trend-Optik Rost: Die kreative Effektfarbe verwandelt jede Wand in ein Kunstobjekt. Die Farbe enthält Effekt-Quarzsande und Pigmente, was ihr eine einzigartige Struktur verleiht. Ergebnis: ein unvergleichlicher Vintage-Look von schön gealtertem Eisen, vielschichtig, mit authentischem Charakter und ideal mit anderen Farbtönen kombinierbar.

Cool und puristisch: der urbane Charme von Beton

Eine kreative Wandgestaltung in Beton-Optik vermittelt ein puristisches, reduziertes Industriedesign-Ambiente – ein äußerst angesagter, cooler Akzent, der insbesondere in Kombination mit kräftigen Wandfarben zum Blickfang wird. Grundanstrich und Endbeschichtung dieser Effektfarbe sind in unterschiedlichen Hell-Dunkel-Stufen aufeinander abgestimmt. So entsteht die für Beton typische unregelmäßige Oberfläche.

Tageslicht beobachten, dann Farbentscheidung treffen

Wie verhält sich das Tageslicht in Ihren Räumen? Das ist entscheidend für die Farbwahl. Ein dunkler Flur kann durch den gezielten Einsatz einer Farbfläche aufgehellt werden und so den Eindruck erwecken, dass mehr Licht vorhanden ist. Meist ändert sich der Einfall von Tageslicht auch im Laufe des Tages. Wir raten Ihnen, dies einmal genau zu beobachten und davon schließlich die Farbwahl abhängig zu machen.

Saubere Kanten bei mehrfarbiger Wand

Mit etwas Übung kommen hier auch Laien zum Erfolg. Ein paar Grundregeln und Tricks, damit Ihr neuer Wand- oder Deckenanstrich sicher gelingt.

Spritzer, Kleckse und Tropfen lassen sich beim Streichen nie ganz vermeiden. Kleben oder decken Sie Böden, Fußleisten, Tür- und Fensterrahmen sowie Steckdosen und Lichtschalter gewissenhaft ab – das erspart Ihnen nach Ende der Arbeiten jede Menge nerviger Klein- und Reinigungsarbeiten. Bevor es mit der Farbrolle an die großen Flächen geht, werden alle Ecken und Kanten vorgestrichen, am besten mit einem flachen Heizkörperpinsel oder einem Eckenroller. Er besitzt eine kegelförmige Walze und kann direkt im Winkel zwischen zwei Wandflächen zum Einsatz kommen. So erhält man einen sauberen Anschluss zwischen den Wandflächen oder zwischen Wand und Decke. Wenn alle Ecken und Kanten bearbeitet sind, setzen Sie die Farbwalze ein. Die Farbe zuerst senkrecht von unten nach oben auftragen. Anschließend die aufgetragene Farbe quer rollen, gut verteilen und von oben nach unten abziehen – für mehr Gleichmäßigkeit im Ergebnis. Das Klebeband entfernen, bevor die Farbe trocken ist. Sonst reisst das Klebeband die angetrocknete Farbe mit.

Erst abkleben, dann loslegen

Je mehr farbliche Strukturen Sie im Raum erzeugen, desto mehr Stellen müssen Sie bedecken bzw. abkleben. Nichts nervt so wie stundenlanges Entfernen getrockneter Farbspritzer oder unsauberer Farbkanten am Ende der Aktion. Planen Sie also gut – ohne ausreichend Spezialfolien und Abdeckbänder kann das ganze Projekt nicht starten! Und so gehen Sie vor: 

  • testen Sie die Klebekraft der Bänder vor dem Streichen
  • sorgen Sie für trockene, staub- und fettfreie Oberflächen
  • drücken Sie die Abdeckbänder fest an
  • am Ende ziehen Sie die Bänder langsamund in einem Winkel von ca. 45° ab

Kleine Psychologie der Farben

Rot

Rot steht für Energie, Lebenskraft, Aktivität und Dominanz. Die Farbe ist anregend und belebend. Warme Rot-Orange-Töne erzeugen eine wohnlich-warme Stimmung. Bläuliches Rot gibt einen eleganten, modernen Eindruck. Rot ist intensiv, es eignet sich gut für einzelne Akzentwände.

Orange

Orange ist die wärmste Farbe. Klare Orangetöne treten in den Vordergrund und haben Signalwirkung. Erdige Terracotta-Nuancen stehen für mediterranes Flair und eine wohnliche Atmosphäre.

Apricot

Apricot bildet den Übergang von Orange zu Gelb. Es bietet ein warmes, helles Farbspektrum. Apricot strahlt eine sonnige, positive Wirkung aus.

Gelb

Gelb ist anregend, heiter, licht und hell. Gelb wirkt strahlend und weitend. Gelb ist deshalb ideal für kleine Räume und Räume mit geringem Tageslicht. In Kombination mit Grüntönen entsteht eine natürliche, positive Raumwirkung. Die Kombination mit Grau ist stylisch und modern.

Grün

Grün steht für Natürlichkeit und Frische. Kühle, bläuliche Nuancen wirken beruhigend und entspannend. Helle Grüntöne wirken zart und leicht. Dunkle Grüntöne geben Sicherheit.

Blau

Blau steht für Ferne, Tiefe, Kühle, Ruhe und Transzendenz. Blau ist eine der beliebtesten Farben. Kühle Blautöne erzeugen Ruhe und fördern die Konzentration. Helle Blautöne weiten den Raum. Dunkle Blautöne geben Halt und können sehr elegant wirken.

Violett

Violett ist prägnant, luxuriös, extrovertiert und romantisch. Violett unterliegt Trends, setzt einen attraktiven, modernen Akzent. Die Farbe lässt sich Ton-in-Ton mit Flieder kombinieren. Elegant ist die Kombination mit Grau oder Beige.

Grau

Grau ist dezent, puristisch, elegant und lässt sich mit vielen Farbtönen kombinieren. Grau kann kühl oder warmtoniger nuanciert sein. Grau ist zurückhaltend und lässt andere Farbtöne in den Vordergrund treten. Auffallend attraktiv ist die Kombination mit farbintensiven Akzenten wie Rot, Orange, Gelb oder Grün, zurückhaltend-elegant die Kombination mit Beige und Braun.

Braun

Braun umfasst das Spektrum Beige bis Dunkelbraun. Durch ihren warmen, erdigen Charakter wirken Braun- und Beige-Nuancen sehr wohnlich und gemütlich. Die Farbtöne können je nach Einrichtung auch Eleganz vermitteln. Helles Beige wirkt neutral und lässt sich mit vielen Farbtönen kombinieren. Dunkle Brauntöne sollten nicht großflächig gestrichen, sondern mit einem zweiten Farbton kombiniert werden.